Die Idee, dass Fett die Arterien verstopfen würde und wir nur genügend Obst, Gemüse und „gesunde“ Vollkornprodukte essen müssten hält sich leider eisern. Darum wollte ich die Gelegenheit nutzen und einen altbekannten Klassiker präsentieren. 2006, im renommierten Journal of the American Medical Association publiziert, zeigte diese Studie ein wesentlich weniger deutliches Bild. Man wollte ein für alle Mal beweisen, dass die gültigen Ernährungsempfehlungen wirklich das Risiko verminderten… Tja, das ist dann wohl nach hinten los gegangen.

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Die Women’s Health Initiative (WHI) war eine der größt-angelegtesten Ernährungs-Interventionsstudien weltweit. Sie wurde vom U.S. National Institutes of Health (NIH) 1991 ins Leben gerufen. Die WHI bestand aus 2 klinischen Studien und einer Beobachtungssstudie. Insgesammt nahmen 160 000 postmenopausale Frauen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren teil. Mit einer Dauer von 15 Jahren, war die WHI die größte jemals durchgeführte Präventions-Studie der USA.

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The Women’s Health Initiative

 

Fett-reduzierte Ernährungsweise und das Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen: Die Women’s Health Initiative – randomisierte Studie zur Ernährungsmodifikation

JAMA. 2006 Feb 8;295(6):655-66.

Howard BV. et al

Kontext: Zahlreiche epidemiologische Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen und Ernährungsgewohnheiten. Langzeitstudien fehlen jedoch.

Hypothese: Eine Ernährung mit wenig Fett und reichlich Obst, Gemüse und Getreide senkt das Risiko einer Herz-Kreislauferkrankung.

Methode: Randomisierter, kontrollierter Versuch mit 48 835 postmenopausalen Frauen zwischen 50 und 79 Jahren mit einem diversen sozialen und ethnischen Hintergrund. Die Frauen worden zufällig entweder in die Interventionsgruppe(19 541 [40%]) oder in die Kontrollgruppe (29 294 [60%]) eingeteilt. Die Studienteilnehmerinnen wurden in den Jahren 1993 bis 1998 angeworben und durchschnittlich über 8,1 Jahre verfolgt.

Intervention: Sowohl in Gruppen- als auch Einzelsitzungen wurden intensive Verhaltensmodifikationen etabliert um die tägliche Fettaufnahme auf 20% (der Tageskalorien) zu reduzieren, gleichzeitig sollte Früchte und Gemüse 5 mal pro Tag und Getreide mindestens 6 mal pro Tag gegessen werden. Die Vergleichsgruppe erhielt allgemeine Infobroschüren zum Thema Ernährung.

Messung des Ergebnisses: Tödliche und nicht-tödliche Herzerkrankungen (CHD), tödlicher und nicht-tödlicher Schlaganfall (Stroke) sowie Herz-Kreislauferkrankungen (CVD).

Die Ernährung hatte KEINEN signifikanten Effekt auf diese wichtigen Messwerte (Tod bzw. Krankheit)

Ergebnisse: Nach 6 Jahren, sank die durchschnittliche Fettaufnahme in der Interventionsgruppe um 8,2% (der Kalorien/Energieaufnahme). In der Kontrollgruppe sank die Fettaufnahme nur leicht (gesättigt 2,9%, einfach-ungesättigt 3,3% und mehrfach-ungesättigt 1,5%); Obst und Gemüse stieg im Schnitt um 1,1 Portionen/ Tag und Getreide um 0,5 Portionen/ Tag;
LDL-Cholesterin, diastolischer Blutdruck und Faktor VIIc Level wurde signifikant reduziert (um 3,55mg/dL, 0,31 mm Hg und 4,29%); für HDL-Cholesterin, Triglyceride, Blutzucker und Insulin findet sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen.
Die Anzahl der Frauen, die Herzerkrankungen, Schlaganfall oder Herz-Kreislauferkrankungen entwickelten waren (pro Jahr):

Erkrankung Intervention Kontrolle
Herzerkrankung (CHD) 1000 (0,63%) 1549 (0,65%)
Schlaganfall (stroke) 434 (0,28%) 642 (0,27%)
Herz-Kreislauferkrankung (CVD) 1357 (0,87%) 2088 (0,88%)

 

Die Ernährung hatte KEINEN signifikanten Effekt auf CHD (hazard ratio [HR], 0.97; 95% confidence interval [CI], 0.90-1.06), stroke (HR, 1.02; 95% CI, 0.90-1.15), oder CVD (HR, 0.98; 95% CI, 0.92-1.05).

Conclusio: Eine im Schnitt 8,1 Jahre andauernde Ernährungs-Intervention welche die Aufnahme von Fett reduzierte und die Aufnahme von Obst, Gemüse und Getreide erhöhte, führte zu KEINER signifikanten Reduktion des Erkrankungsrisikos für CHD, stroke und CVD bei postmenopausalen Frauen. CVD Risikofaktoren konnten nur mäßig verbessert werden.

 


 

ORIGINAL ARTIKEL:

JAMA. 2006 Feb 8;295(6):655-66.

Low-fat dietary pattern and risk of cardiovascular disease: the Women’s Health Initiative Randomized Controlled Dietary Modification Trial.

Howard BV1, Van Horn L, Hsia J, Manson JE, Stefanick ML, Wassertheil-Smoller S, Kuller LH, LaCroix AZ, Langer RD, Lasser NL, Lewis CE, Limacher MC, Margolis KL, Mysiw WJ, Ockene JK, Parker LM, Perri MG, Phillips L, Prentice RL, Robbins J, Rossouw JE, Sarto GE, Schatz IJ, Snetselaar LG, Stevens VJ, Tinker LF, Trevisan M, Vitolins MZ, Anderson GL, Assaf AR, Bassford T, Beresford SA, Black HR, Brunner RL, Brzyski RG, Caan B, Chlebowski RT, Gass M, Granek I, Greenland P, Hays J, Heber D, Heiss G, Hendrix SL, Hubbell FA, Johnson KC, Kotchen JM.

Author information

Abstract

CONTEXT:

Multiple epidemiologic studies and some trials have linked diet with cardiovascular disease (CVD) prevention, but long-term intervention data are needed.

 

OBJECTIVE:

To test the hypothesis that a dietary intervention, intended to be low in fat and high in vegetables, fruits, and grains to reduce cancer, would reduce CVD risk.

 

DESIGN, SETTING, AND PARTICIPANTS:

Randomized controlled trial of 48,835 postmenopausal women aged 50 to 79 years, of diverse backgrounds and ethnicities, who participated in the Women’s Health Initiative Dietary Modification Trial. Women were randomly assigned to an intervention (19,541 [40%]) or comparison group (29,294 [60%]) in a free-living setting. Study enrollment occurred between 1993 and 1998 in 40 US clinical centers; mean follow-up in this analysis was 8.1 years.

 

INTERVENTION:

Intensive behavior modification in group and individual sessions designed to reduce total fat intake to 20% of calories and increase intakes of vegetables/fruits to 5 servings/d and grains to at least 6 servings/d. The comparison group received diet-related education materials.

 

MAIN OUTCOME MEASURES:

Fatal and nonfatal coronary heart disease (CHD), fatal and nonfatal stroke, and CVD (composite of CHD and stroke).

 

RESULTS:

By year 6, mean fat intake decreased by 8.2% of energy intake in the intervention vs the comparison group, with small decreases in saturated (2.9%), monounsaturated (3.3%), and polyunsaturated (1.5%) fat; increases occurred in intakes of vegetables/fruits (1.1 servings/d) and grains (0.5 serving/d). Low-density lipoprotein cholesterol levels, diastolic blood pressure, and factor VIIc levels were significantly reduced by 3.55 mg/dL, 0.31 mm Hg, and 4.29%, respectively; levels of high-density lipoprotein cholesterol, triglycerides, glucose, and insulin did not significantly differ in the intervention vs comparison groups. The numbers who developed CHD, stroke, and CVD (annualized incidence rates) were 1000 (0.63%), 434 (0.28%), and 1357 (0.86%) in the intervention and 1549 (0.65%), 642 (0.27%), and 2088 (0.88%) in the comparison group. The diet had no significant effects on incidence of CHD (hazard ratio [HR], 0.97; 95% confidence interval [CI], 0.90-1.06), stroke (HR, 1.02; 95% CI, 0.90-1.15), or CVD (HR, 0.98; 95% CI, 0.92-1.05). Excluding participants with baseline CVD (3.4%), the HRs (95% CIs) for CHD and stroke were 0.94 (0.86-1.02) and 1.02 (0.90-1.17), respectively. Trends toward greater reductions in CHD risk were observed in those with lower intakes of saturated fat or trans fat or higher intakes of vegetables/fruits.

 

CONCLUSIONS:

Over a mean of 8.1 years, a dietary intervention that reduced total fat intake and increased intakes of vegetables, fruits, and grains did not significantly reduce the risk of CHD, stroke, or CVD in postmenopausal women and achieved only modest effects on CVD risk factors, suggesting that more focused diet and lifestyle interventions may be needed to improve risk factors and reduce CVD risk

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Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Personal Fitness and Health Trainer (Dipl.) und schreibt für verschiedene Online-Magazine und für ihr eigenes Blog paleolowcarb.de vor allem zu den Themen gesunde und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Paleo-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft. Heute verhilft sie auch als Food-Coach und Personal Trainerin anderen zur Topform. Von Julia kannst Du Dich hier individuell beraten lassen.
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