Was ist wirklich gesund und was ist wirklich gut für die Umwelt?

Diese zwei wichtigen Fragen beschäftigen nicht nur uns. Auch Vegetarier, veganer und Anhänger der reinen Paleo/Steinzeit-Diät stellen sich oft dieser Problematik.

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Jeder stellt dazu seine eigenen Hypothesen auf, von den viele jedoch nur unzureichend von Anfang bis Ende verfolgt werden (Gesamtkosten). Ein aktueller Artikel aus der NY Times hat mit dem Titel „Was Chinesische Knödel mit Klimawandel zu tun haben?“ den Umweltgedanken in den Vordergrund gerückt.

Die Hypothese dahinter lautet ungefähr so:

1)     Wir brauchen eine durchgehende Kühlkette für die Gesundheit

2)    Außerdem wird so in der Verarbeitung weniger weggeworfen

3)    Das spart Kosten und hilft der Umwelt und Gesundheit

Kühlkette und Gesundheit:

Aufgrund einer schlechten Kühlkette haben Chinesen im Schnitt zweimal pro Woche Magen/Darm Beschwerden (Umfrage, keine Studie):

On average, a Chinese person experiences some kind of digestive upset twice a week — a kind of low-level recurring food poisoning, much of which is probably caused by the kind of bacterial growth that could have been prevented by keeping food cold. “Bad bowels,” Moriarty said, “is just part of the drill for being a food consumer in China.”

Auch lernen wir aus der Vergangenheit der USA und Europa. Todesfälle durch Diarrhö und Durchfall sinken von 1900 bis 1950 um 90% .

During the first half of the 20th century, the rise of refrigeration, combined with pasteurization and new food-safety laws, significantly reduced the incidence of food-borne diseases in the United States. Death rates from dysentery and diarrhea — serious illness is an all-too-common result of consuming bacteria or parasite-laden food — decreased by more than 90 percent from 1900 to 1950.

Aber: wir verlieren die Fähigkeit auf natürliche Weise unser Essen zu konservieren (Einlegen, Einmachen, Einwecken, Fermentieren, Trocknen, Beizen)

“When I first lived in China, in 1994,” she said, “everything was dried, pickled or salted. On sunny days, people would be laying all kinds of vegetables out to dry in the sun, and some of them afterward would be rubbed with salt and put in jars to ferment. Other vegetables would be pickled in brine and preserved neat. In Chengdu, they would hang sausages and pork under the eaves of the old houses to dry, and there were these great clay pickle jars in people’s homes.” Now, though, most of those old houses have been demolished.

Wir sind mittlerweile so abhängig von der Kühlung, dass Sie diese klassischen Lebensmittel (auch bei uns) verdrängt hat.

Wegwerfgesellschaft:

In China wird von den Bauern oft ein Viertel des Gemüses weggeschmissen, weil es verdorben ist.

A middle-aged farmer, bundled up against the cold, told me that he expects to have to throw away a quarter of the truckload — more when the weather is warm — as the ice melts and the vegetables rot faster than they can be sold.

Doch meist ist der Kühlschrank, der ja immer gefüllt sein muss eine Art “sauberer, kalter Mistkübel”. Weggeworfen wird jetzt zu Hause und im Restaurant, aber nicht mehr beim Bauer. Es gab vermutlich nur eine Verschiebung, wann weggeworfen wurde.

For most […] families, […] home refrigerators simply “serve as cleaner, colder trash bins.” [They] throw away 40 percent of their food, but nearly half of that waste occurs at the consumer level, meaning in retail locations and at home. “Food waste is a justification for refrigeration, […] But at the same time, there are studies that show that, over the longer time frame, the cold chain encourages consumers to buy more than they’re going to eat.”

 Weniger Abfall scheint es nicht zu geben, sondern nur Unterschiede wo dieser anfällt.

Energie und Umwelt:

Und auch die Energie- und Umweltbilanz von Kühlung ist nicht so rosig. Kühlung braucht Treibhausgase, die auch freigesetzt werden (2% bei Modernen Kühlschränken und bis zu 15% in der Industrie)

The chemicals that are evaporated and condensed by the compressors in order to remove heat and thus produce cold. Some of that refrigerant leaks into the atmosphere as a gas — either a little (roughly 2 percent a year from the most up-to-date domestic refrigerators) or a lot (on average, 15 percent from commercial refrigerated warehouses).

Außerdem verbraucht die Kühlung weltweit 1/6 der gesamten erzeugten elektrischen Energie!

Artificial refrigeration contributes to global greenhouse-gas emissions in two main ways. First, generating the power (whether it be electricity for warehouses or diesel fuel for trucks) that fuels the heat-exchange process, which is at the heart of any cooling system, accounts for about 80 percent of refrigeration’s global-warming impact (measured in tons of CO2) and currently consumes nearly a sixth of global electricity usage.

Fazit

Auch ich bin froh über unseren Kühl- und Gefrierschrank. So konnten wir vor der Sommerpause bei „unserem“ Biobauern groß einkaufen und auch seltenere Teile (Leber, Herz, etc.) einfrieren und bis zum Herbst aufbrauchen. Dass Kühlung aber automatisch besser für die Umwelt (Energie, Abfall) ist, kann man nicht behaupten. Vor allem die (Energie-)aufwendige Logistik, bis der Salat oder die Gurke bei uns im Kühlschrank landet ist vielen nicht so bewusst. Nicht nur der LKW Transport, sondern auch die Lagerung/Kühlung kostet viel Energie.

Jeder von uns sollte seine Einkaufsgewohnheiten genau unter die Lupe nehmen und so einkaufen, dass vor dem Wocheneinkauf alles aufgebraucht ist. Wir haben das aktuell gut im Griff, und so wird bei uns auch kaum etwas weggeschmissen. Gerne kochen wir größere Portionen vor, um diese dann gekühlt über die Woche oder eingefroren für die nahe Zukunft aufzuheben.

Mehr zu dem Thema im langen NY Times Artikel und auch in folgenden Büchern:

 
Fresh: A Perishable History

 
Ethisch Essen mit Fleisch: Eine Streitschrift über nachhaltige und ethische Ernährung mit Fleisch und die Missverständnisse und Risiken einer streng vegetarischen und veganen Lebensweise

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Leo Tulipan

Leo ist erst durch das Buch Good Calories, Bad Calories so richtig bewußt geworden, wie falsch die aktuellen Ernährungsempfehlungen sind. Dass er eine "gut formulierte" Low Carb Ernährung nun schon seit 2 Jahren erfolgreich umsetzen kann, verdankt er seiner Frau Julia sowie Dr. Phinney und Dr. Volek
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