Der Mythos vom täglichen Wiegen

Die Waage lügt nicht? So ein quatsch!

In diesem Artikel geht es nicht um das Essen oder die Bewegung (Sport) sondern wie du deinen persönlichen Fortschritt am besten messen kannst.

Wenn du dich jeden Tag auf die Waage stellst, dann schaust du auf das Falsche!

1) Dein Körper besteht hauptsächlich aus Wasser[footnote]The water in you[/footnote]. Dazu kommt noch Muskel, Knochen und Fett[footnote]What Percentage of Body Mass is Bone?[/footnote]. Was du wirklich verlieren willst ist Körperfett, was du aber misst ist alles zusammen.

(cc) https://secure.flickr.com/photos/gyro2/

2) Auch eine Körperfett-Waage, die mittels bioelektrischer Impedanz über die Fußsohlen versucht den Körperfett Anteil zu messen ist leider (je nach Modell) sehr ungenau.[footnote]Bioelectrical impedance analysis Accuracy (Wikipedia English)[/footnote]

3) Vor allem der Wasser-Anteil im Körper ist sehr variabel. Vor allem während der Menstruation können Frauen 1-2kg zusätzliches Wasser einlagern, das nach dem Ende ihrer Tage wieder „verschwindet“.

4) Die Bandbreite der Wassereinlagerung die wir durch Durst und Nierenfunktion steuern beträgt ca. 2 Liter vom oberen Ende (Nierenfunktion setzt ein) zum unteren Ende (Durst).

5) Wenn du den Kohlenhydratkonsum auf unter 50g Kohlenhydrate pro Tag reduzierst verlierst du (Anfangs) einige 100g zusätzliches Wassergewicht, aber die unter (4) beschriebene Bandbreite von 2 Liter wandert nur nach unten, sie wird aber nicht Kleiner. Das heißt auch auf mit einer wohlformulierten kohlenhydratreduzierten Ernährungsweise (Low Carb Diet) schwankt das Wassergewicht in deinem Körper gleich stark

Was muss ich also tun um meinen Fortschritt zu messen?

1) Probiere dich einfach nicht zu wiegen. Ernsthaft! Wenn dir die Waage soviel (unnötigen) Stress bereitet, dann räum sie einfach mal für einige Zeit weg, ernähre dich weiterhin gesund nach einem Paleo/LCHF Muster (bzw. nach einer wohlformulierten kohlenhydratreduzierten Ernährungsweise) und schau dir den Fortschritt im Spiegel an.

2) Anstelle von Gewicht (bzw. dem Body-Mass-Index BMI – das Verhältnis von Gewicht zu Körpergröße) als Marker für Übergewicht wird in der Wissenschaft immer öfter das Verhältnis von Gewicht zum Bauchumfang ( WHtR – Waist to Height Ratio) genommen. [footnote]The Predictive Value of Different Measures of Obesity for Incident Cardiovascular Events and Mortality: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism: Vol 95, No 4[/footnote]

 

WHtR – Risiko für Herzkrankheiten und Gesamtsterblichkeit

Taillenumfang in cm / Körpergrösse in cm

Niedriges Risiko wenn

Unter 40 Jahre: <0,5

40-50 Jahre: zwischen 0,5 und 0,6

Über 50 Jahre: <0,6

3) Wenn die vorangegangen Tipps zu schwierig umzusetzen sind, dann kannst du vielleicht auf ein wöchentliches Wiegen umstellen. Das sorgt für weniger täglichen Frust und die dadurch gewonnen Energie kannst du in eine besser Umsetzung einer gesunden Ernährungsweise stecken.

4) Du meinst du musst dich täglich wiegen? Dann arbeite mit Mathematik!

Das geht einfacher als du denkst. Am besten nimmst du einen 3-Tagesdurchschnitt. Schau also nicht auf den Wert der Waage heute, sondern zähle auch die letzten zwei Tage dazu und dividiere durch 3. So kommst du zu einem laufend, aber sich langsam und ausgewogener ändernden Gewichtswert der die Realität besser darstellt.

In diesem Beispiel haben wir tägliche Schwankungen zwischen 200g und 1,2kg beim Gewicht. Schauen wir uns aber nur den 3-Tages-Schnitt an, so sind die Schwankungen zwischen 30g und 230g. Die Zahlen liegen also viel enger beisammen und geben einen besseren Eindruck des tatsächlichen Fortschritt.

Datum/Tag Gewicht  3 Tages
Schnitt 
Excel Formel  täglicher Unterschied
Gewicht 
 täglicher Unterschied
3-Tages Schnitt 
Montag 65,3
Dienstag 65,1             0,20
Mittwoch 65,7     65,4  =MITTELWERT(B2:B4)             0,60
Donnerstag 66,0     65,6  =MITTELWERT(B3:B5)             0,30             0,23
Freitag 65,5     65,7  =MITTELWERT(B4:B6)             0,50             0,13
Samstag 66,7     66,1  u.s.w             1,20             0,33
Sonntag 65,9     66,0             0,80             0,03

 

Was auch immer du wählst, lass doch keine dumme Waage und ein paar 100g Wassereinlagerung dein Leben bestimmen!

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Leo Tulipan

Leo ist erst durch das Buch Good Calories, Bad Calories so richtig bewußt geworden, wie falsch die aktuellen Ernährungsempfehlungen sind. Dass er eine "gut formulierte" Low Carb Ernährung nun schon seit 2 Jahren erfolgreich umsetzen kann, verdankt er seiner Frau Julia sowie Dr. Phinney und Dr. Volek
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