Ich habe diesmal eine Studie von September 2012 gefunden, die ich sehr interessant finde. Da ich ein Statistik Geek bin, und mich immer freue, wenn ich die Studie in voller Länge und nicht nur das Abstract (= die Zusammenfassung/Interpretation der Wissenschaftler in einem Absatz) finde, möchte ich in diesem Artikel etwas mehr in die Tiefe gehen.

Die Studie um die es heute geht [1]:

Field, A.E., Willett, W.C., Lissner, L., Colditz, G.A., 2007. Dietary Fat and Weight Gain Among Women in the Nurses’ Health Study. Obesity 15, 967–976. doi:10.1038/oby.2007.616

Volltext hier, PDF hier

dinner plate photo

Oft stellt die Interpretation von Studien-Daten auch mich vor eine große Herausforderung. Grundsätzlich bin ich in Statistik nicht schlecht, aber die Tabellen in dieser Studie sind alles andere als selbst-erklärend. Auch eine PDF Version des Artikels konnte am Format und Aufbau der Tabellen nichts verbessern.

Vielleicht sind deshalb meine Rückschlüsse nicht korrekt. Wer mir helfen kann diese Tabellen zu entschlüsseln und meine Interpretation der Daten entweder bestätigen oder entkräften kann, soll dies bitte hier unten in den Kommentaren zu diesem Artikel machen.

Mein Fazit:

Wir können nach dieser Studie nicht sagen, ob der geringe Körpergewichts-Zuwachs tatsächlich von mehr Fett in der Nahrung kommt. Es handelt sich um eine Assoziation und keine Korrelation. Das heißt, wie bei allen Beobachtungsstudien, können wir keinen kausalen Zusammenhang ableiten (z.B. ist diese Aussage nicht korrekt: Fettkonsum führt zu mehr Körpergewicht). Wir können nur sehen, dass es einen Zusammenhang gibt, ob dieser kausal (Ursache führt zu Wirkung) ist können wir nicht sagen, weswegen die Forscher schreiben dass es wichtig ist zu berücksichtigen das Personen die viel gesättigtes Fett und Transfette in ihrer Ernährung konsumieren, das sogenannte „Westliche Muster“, vielleicht auch andere ungesunde Lebensstil-Faktoren aufweisen, wie z.B. eine hoher Konsum von Zucker-gesüßten Getränken und Fast-Food.

Nun lassen wir aber  einmal die Wissenschaftler ihr Fazit ziehen:

Unsere Ergebnisse zeigen, insgesamt, dass der prozentuale Anteil von Kalorien aus Fett [in der Nahrung] nur einen schwachen positiven Zusammenhang mit Gewichtszunahme hat; indes hat der prozentuale Anteil von Kalorien von tierischem, gesättigte oder Trans Fetten eine stärkere Assoziation.

Wie gesagt, eine Assoziation und kein Ursache->Wirkung Zusammenhang. Auch die Wissenschaftler verweisen deshalb darauf, dass die Rolle von Fettaufnahme über die Nahrung für Gewichtszunahme weithin studiert wird aber sehr kontrovers ist  ([2], [3], [4])

Außerdem sind die Beweise aus langfristigen randomisierten Versuchen und Beobachtungsstudien die Fettaufnahme mit Gewichtszunahme oder Übergewicht in Verbindung bringen [äußerst] schwach und inkonsistent ([2], [3], [5], [6], [7], [8], [9])

Die Ernährung wurde über einen Essens Frequenz Fragebogen (Food Frequency Questionaire) mit 136 Punkten abgefragt. Das erklärt vielleicht auch warum alle (!!) Gruppen von Frauen, egal ob übergewichtig oder nicht im Anfangsjahr 1986 genau gleich viel Transfette (nämlich 1,7% mit einer Fehlerwahrscheinlichkeit Standard Deviation von 0,5) zu sich genommen haben. Wenn wir die Personen nur befragen was sie gegessen haben, ist das Ergebnis natürlich nie exakt.

Video zum Nurses‘ Helth Study – Food Frequency Questionnaire Fragebogen

Den exakten Fragebogen habe ich nicht gefunden, aber hier gibt es ein PDF, das ebenfalls in dieser Studie verwendet wurde um die Essgewohnheiten als Teenager abzufragen

„Erstaunlich Genau“ heißt es im Video, aber eine weitere Studie [10], die sich mit der Genauigkeit beschäftig, findet je nach Lebensmittel nur eine Korrelation von 0.4 bis 0.6 (eine 1 wäre eine perfekte Übereinstimmung zwischen Fragebogen und Essen). Vor allem Brot und Fleisch ist mit einer Korrelation von 0.4 nur sehr inexakt erfasst. Wir müssen uns also auch die Frage stellen, ob nicht u.U. viel mehr Brot konsumiert wurde, als im Fragebogen angegeben. Auf diese Frage wird in der Studie aber überhaupt nicht eingegangen.

Beta-Koeffizient, Assoziations-Beta, Regressionskoeffizient und die Stolpersteine der Statistik

In Tabelle 2 geht es dann um die Ergebnisse. Ich muss zugeben, an dieser Stelle habe bin ich mit meinem Wissen dann angestanden, und habe erst einmal fleißig im Internet suchen müssen. Sollte meine Interpretation der Daten nicht stimmen, so hinterlasst mir einfach ein Kommentar, damit ich das ausbessern kann.

Tabelle 2:  Assoziation (β Beta für 1% Unterschied) zwischen Nahrungsfettaufnahme (in Prozent der Gesamtkalorien) und Gewichtsveränderung (in Pfund) über 8 Jahre (1986–1994)

Was bedeutetet dieses Assoziations-Beta nun?

1) Um aus den gesamten erfassten Daten überhaupt etwas lernen zu können, wird in der Statistik eine Regression gerechnet, mit der versucht wird, eine abhängige Variable durch eine oder mehrere unabhängige Variablen zu erklären. Hängt Gewichtsänderung also von einer der anderen Variablen (Fett in der Nahrung) ab?

2) Damit ich verschiedene Variablen mit Verschiedenen Messgrößen (Gewicht in kg, Zeit in Stunden, Kalorien in Prozent) miteinander vergleichen kann, werden sie standardisiert, also auf eine einheitliche Skala gesetzt.

3) In diesem Fall wird das Beta für 1% Veränderung in der Fettaufnahme gewisser Fette errechnet.

Dazu wurde zuerst die Berechnung dahingehend angepasst, dass Alter, BMI im Jahr 1986, Bewegung/Aktivität 1986, Menopausen Status, Rauchen, Zeit die im Sitzen verbracht wird und die prozentuale Kalorienaufnahme von Eiweiss keinen Einfluss auf das Ergebnis hatten.

 

image001

Die Wissenschaftler haben ermittelt: Für je 1% Änderung der Kalorienaufnahme, wie hat sich dann das Gewicht geändert?

Ein konkretes Beispiel. Im Schnitt nahmen die Frauen 32,8% ihrer Kalorien über Fett auf (Tabelle 1). Hat eine Frau jetzt von 1986 bis 1994 ihre Aufnahme dahingehend geändert, dass Sie nun 33,8% ihrer Kalorien über Fett in der Nahrung bekommt (also 1% mehr) so war das Ergebnis, dass sie 64g bzw. 168g mehr auf die Waage gebracht hat (Nicht übergewichtig/Übergewichtig – Erster Balken in meiner Tabelle)

Doch gehen wir noch genauer auf die Transfette ganz rechts in der Grafik ein. 1kg (1057g) Gewichtszunahme bei Übergewichtigen (ÜG) in acht Jahren bei 1% mehr Trans-Fetten. Schauen wir uns wieder die Kalorien% am Angang (1986) und am Ende der Studie (1994) für diesen Fall an:

% der Kalorien aus Transfetten, Übergewichtig im Jahr 1986:  1,7%

% der Kalorien aus Transfetten, Übergewichtig , Assoziations-Beta 1% mehr aus Transfetten im Jahr 1994: 2,7%

 
Transfette 1986 1994 Veränderung
in Prozent der Gesamt-Kalorien 1,7% 2,7% Absolut: 1% mehr 
in Kalorien und Gramm bei 2500kcal Tagesbedarf 43kcal (4,7g) 68g (7,5g) Relativ: 60% mehr

Wenn man es so schreibt, fällt vielleicht auf, was für eine gigantische Änderung es ist, wenn man plötzlich 1% seiner Kalorien mehr an Trans-Fetten isst (Bei 2500 kcal wären das also statt 4,7g plötzlich 7,5g Transfette). Von 1,7% am Anfang zu 2,7% ist das eine Steigerung um fast 60%.

Steigerung der Trans-Fette in der Nahrung um 60% führt zu Gewichtszuwachs von 1kg in 8 Jahren

Ich glaube, dass es auch klassisch ausgebildete Ernährungswissenschaftler nicht wundert, dass ich Gewicht zulege wenn ich 60% mehr Transfette esse.

Weswegen die Forscher auch schreiben dass es wichtig ist zu berücksichtigen das Personen die viel gesättigtes Fett und Transfette in ihrer Ernährung konsumieren, das sogenannte „Westliche Muster“, vielleicht auch andere ungesunde Lebensstil-Faktoren aufweisen, wie z.B. eine hoher Konsum von Zucker-gesüßten Getränken und Fast-Food.

Denn wo finden wir Trans-Fette? In Fertigprodukten, Backwaren, Margarine und Fast-Food. Dies legt den Schluss nahe, dass die Trans-Fette ein Marker für eine generelle ungesunde Ernährung und Lebensstil sind und nicht unbedingt alleine kausal für die Gewichtszunahme verantwortlich sind. Deswegen reden wir ja auch immer von einer Assoziation.

Von wieviel Gewicht sprechen wir überhaupt?

Im Schnitt hatten die Frauen einen BMI von 25 (SD 4,5) und eine Gewichtszunahme von 6,8 Pfund (SD 13,6). Die Standardabweichung (SD Standard Deviation) sagt aus, wie hoch/niedrig der BMI bei 95% aller Teilnehmer war. 25(4,5) heißt also, dass 95% der Frauen zwischen 20,5 und 29,5 beim BMI Wert lagen.

Beobachtet wurden 41518 Frauen über 8 Jahre, also könnten wir auch sagen, dass Sie im Schnitt 385 Gramm Gewicht pro Jahr zugelegt haben (6,8 / 8 umgerechnet in Gramm)

Auch die Wissenschaftler schreiben deshalb etwas versteckt im Absatz über Tabelle 2:

Wir beobachteten, dass generell die Assoziation zwischen der Basis Prozent Aufnahme von Fett und der daraus resultierenden Gewichtszunahme schwach ist, und deshalb für die öffentliche Gesundheit nicht sehr wichtig ist, obwohl sie [die Gewichtszunahme] statistisch signifikant war.

Übersetzt heißt das: Wir sehen eine Assoziation, aber:

  • Wir wissen nicht ob das überhaupt die Ursache für die Gewichtszunahme ist
  • Die Statistik sagt uns, dass die Assoziation signifikant ist (d.h. es ist nicht reiner Zufall, dass das Gewicht bei mehr Fettkonsum leicht angestiegen ist)
  • Aber Absolut (also in Gramm) ist der Gewichtsunterschied so gering, das man daraus für die Volksgesundheit keine Schlüsse ziehen sollte

Die Frauen dieser Studie waren zwischen 41 und 68 Jahre alt, und hatten weder Herzkrankheiten, Krebs noch Diabetes, als die Studie gestartet wurde.

Eine Steigerung von Fettaufnahme gesamt hatte nur eine schwache Assoziation mit Gewichtszunahme. Schaut man sich die einzelnen Fettkomponenten an, so hatte eine Steigerung von ungesättigten Fetten, also einfach ungesättigtem Fett wie Olivenöl und mehrfach ungesättigtem Fett wie Fischöl aber auch „Pflanzenöle“ (Maiskeimöl, Rapsöl, etc.), nicht mit Gewichtszunahme assoziiert. Eine Steigerung von tierischem Fett, gesättigtem Fett und Trans-Fetten hatte jedoch eine positive Assoziation. Ich möchte aber hier noch einmal betonen. D.h: nicht das wir sagen können mehr Transfett führt zu mehr Körpergewicht. Einen solchen kausalen Zusammenhang (Transfett löst Gewichtszunahme aus) können wir aus einer Beobachtungsstudie NIE ziehen.

Was wurde weggelassen

Immer wenn ich so eine umfangreiche Studie lese probiere ich herauszufinden, was „weggelassen“ wurde. Es wurden zwar alle Daten erfasst, aber es wird nur ein Teil davon verwendet.

Gesamtkalorien

Im Absatz zur Statistischen Analyse finden wir die Aussage:

Die Menge der Gesamtkalorien wurde nicht fixiert, was potentiell dazu führen kann, dass ein erhöhter Fettkonsum auch insgesamt mit einer höheren Kalorienaufnahme einhergeht.

Gerade bei randomisierten Studien (im Gegensatz zu der hier beschriebenen Beobachtungsstudie) wird meist Iso-Kalorische gearbeitet, was heißt das z.B. der Fettanteil erhöht wird, dafür aber Kohlenhydrate und Eiweiß weniger gegessen werden. In dieser Studie war dies nicht der Fall, ob wohl es statistisch durchaus möglich ist, diese Drittvariablen (auch Störfaktoren – Confounding variables genannt) „herauszurechnen“)

Und auch wenn die Gesamtkalorien nicht herausgerechnet werden, so hätte man Sie zumindest angeben können. Denn 32,8% aus Fett in der Nahrung sagt uns nicht viel, wenn wir nicht wissen, worauf sich diese 32,8% beziehen.

Kohlenhydrataufnahme in Gramm

In einer wohl formulierte Low-Carb Ernährungsweise, also bei der teilweisen Vermeidung von Kohlenhydraten, bestimmt man die Nährstoffaufteilung zwischen Kohlenhydraten, Fett und Eiweiss zuerst über die Kohlenhydrate. Diese werden aber nicht in Prozent oder Kalorien, sondern in Gramm Kohlenhydrate angeben. Dies wird gemacht, da nicht die Kalorien der Kohlenhydrate, sondern eher die Menge ausschlaggebend für den Erfolg der Ernährungsweise ist und da verschiedene Menschen hier eine unterschiedliche Toleranz haben. Als Richtwert kann man annehmen, unterhalb von 100g Kohlenhydraten für Sportler  und unterhalb von 50g Kohlenhydraten  für Personen die bereits geschädigt sind (= Übergewicht, Diabetes, metaboles Syndrom, …) zu bleiben

Hat jemand schon länger Probleme mit Übergewicht muss diese Person die Kohlenhydrate stärker einschränken, als ein Sportler. Das heißt natürlich nicht, dass ein Sportler tonnenweise Brot und Zucker in sich hineinschaufeln darf, aber die persönliche Kohlenhydrat-Toleranz lässt sich gut herausfinden. Ich bekomme z.B: sofort einen Blähbauch, wenn ich zu viel Kohlenhydrate esse. Die Aufnahme von Kohlenhydraten in der Nahrung kann dabei heruntergehen bis auf 20g (Hier kommen alle Kohlenhydrate aus Gemüse wie Spinat oder Kohl. Es werden kein Reis, Kartoffel oder Früchte mehr gegessen, bis der Körper wieder damit zur Recht kommt).

Deshalb hätte ich mir gewünscht die Kalorien oder Gramm aus Kohlenhydrate in der Studie zu sehen. 100g Kohlenhydrate = 400 kcal. Wenn wir die Daten im Original hätten, könnten wir dann nicht nur zwischen Übergewichtig/Normalgewicht aufteilen,  sondern auch nach der Menge der Kohlenhydrate. Meiner Vermutung wäre, dass Personen die unter 100g Kohlenhydrate bleiben stabiler mit ihrem Gewicht sind, egal wieviel Fett oder Gesamtkalorien sie essen.

Kalorien-% und Beta von Kohlenhydraten, Zucker und Eiweiß

Wir beziehen unsere Energie aus drei sogenannten Makronährstoffen. Die großen Gruppen heißen Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett

Wenn ich schon alle Daten in einem Statistik-Programm habe, warum schauen sich die Wissenschaftler nicht auch die Auswirkung an, wenn ich 1% mehr meiner Kalorien aus Kohlenhydraten oder Eiweiß (Protein) zu mir nehme?

In Tabelle 1 wird auch nicht der Prozentwert der Gesamtkalorien von Kohlenhydraten oder Eiweiß angegeben. Wir wissen nur, dass 32,8% der Kalorien aus Fett stammen. Woher die Frauen genau ihre restlichen 67,2% an Kalorien bekommen wissen wir nicht.

Auch hier habe ich die Vermutung, dass die Übergewichtige Gruppe deutlich mehr Kohlenhydrate isst, als die andere Gruppe. Doch leider wurde es verabsäumt diese einfach zu ermittelnden Werte hinzuschreiben.

Änderung des BMI

In der gesamten Studie ist die Gewichtzunahme in Pfund (lbs) angegeben. Korrekterweise wäre aber die Verwendung des BMI sinnvoller. Nehmen wir einmal an, dass alle Frauen in der nicht übergewichtigen (NÜG) Gruppe 1,5 Meter groß sind. Alle Frauen in der Übergewichtigen Gruppe (ÜG) wären aber 2 Meter.

Wenn eine 1,5m Frau mit 49kg noch 8kg zulegt ist das schon stark bemerkbar, wenn eine 2m Frau (mit 110kg) noch 8kg zulegt ist das keine große Änderung. Genau aus diesem Grund nimmt man auch den BMI als Vergleichsgröße und nicht das Gewicht.

Gruppe Grösse (cm) Gewicht (kg) BMI Gewichtzunahme (kg)
NÜG 150 48,8 21,7 8
ÜG 200 109,8 27,5 8

image002

Wenn wir einen durchschnittlichen BMI annehmen und die Frauen 8 kg Gewicht zulegen, ist das absolut zwar der Gleiche Gewichtszuwachs, in BMI ausgedrückt, ist die Änderung bei in der NÜG Gruppe mit 3,6 ausgeprägter, als in der ÜG Gruppe mit 2,0.

Anders gesagt: Wenn wir nur auf das Gewicht schauen, kann die gleiche Gewichtszunahme bedeuten, dass ein nicht Übergewichtiger (BMI 21,7) nach 8kg plötzlich übergewichtig ist (BMI 25,3). Die gleiche Gewichtszunahme von 8kg führt jedoch nur zu einem leichten Anstieg bei einem großen Übergewichtigen (von 27,5 auf 29,5) und ist deshalb vermutlich nicht so dramatisch.

Es ist nicht anzunehmen, dass alle Frauen in der ÜG Gruppe riesig groß sind und die NÜG Gruppe Zwerge. Trotzdem ist es nicht verständlich, warum die  Berechnung zwischen BMI und lbs hin-und-her wechselt. Oft sehen sich Wissenschaftler nur die Ergebnisse an, die Sie sehen wollen. Vielleicht ist die Auswirkung des Fettkonsum, wenn man die BMI Zunahme, also die Änderung des BMI von 1986 auf 1994, als Marker nimmt noch weniger ausgeprägt. Um aber ein Ergebnis präsentieren zu können haben die Wissenschaftler das Körpergewicht absolut als Wert genommen.

Fazit

Aber was können wir nun daraus lernen.

  • Das Abstrakt ist bei den meisten Studien nur die halbe Wahrheit, da es aus der oft verzehrten Sicht der durchführenden Wissenschaftler geschrieben ist (Bias)
  • Das Weglassen von wichtigen Daten wir sehr viel praktiziert, passiert aber oft auch einfach aus Unwissenheit.
  • Absolute Werte (kg Körpergewicht) und relative Werte (% Änderung, BMI) sollten nicht vermischt werden, da Sie die Aussage verfälschen

Und was sagt uns diese große Studie mit immerhin 41.518 Teilnehmerinnen zum Fettkonsum?

Mehr Fett in der Nahrung hat kaum Auswirkung auf das Körpergewicht. Essen wir aber mehr Transfette, die man hauptsächlich in Fertigprodukten und Fast Food findet, so geht dies einher mit einer deutlichen Gewichtszunahme. Dies muss aber nicht unbedingt an den Transfetten selbst liegen (keine Korrelation), sondern kann u.A. an der Qualität und Art der Ernährung liegen, die mit Transfetten assoziiert ist (Fast Food, Fertigprodukte)

 


 

Referenzen:

[1] Field, A.E., Willett, W.C., Lissner, L., Colditz, G.A., 2007. Dietary Fat and Weight Gain Among Women in the Nurses’ Health Study. Obesity 15, 967–976. doi:10.1038/oby.2007.616

Volltext hier, PDF hier

[2] Willett, W. C., Leibel, RL (2002) Dietary fat is not a major determinant of body fat. Am J Med. 113 (Suppl 9B), 47–59.

[3] Pirozzo, S., Summerbell, C., Cameron, C., Glasziou, P. (2003) Should we recommend low-fat diets for obesity? Obes Rev. 4: 83–90.

[4] Lissner, L., Heitmann, BL (1995) Dietary fat and obesity: evidence from epidemiology. Eur J Clin Nutr. 49: 79–90.

[5] Carmichael, H. E., Swinburn, B. A., Wilson, MR (1998) Lower fat intake as a predictor of initial and sustained weight loss in obese subjects consuming an otherwise ad libitum diet. J Am Diet Assoc. 98: 35–39.

[6] Heitmann, B. L., Lissner, L., Sorensen, T. I., Bengtsson, C. (1995) Dietary fat intake and weight gain in women genetically predisposed for obesity. Am J Clin Nutr. 61: 1213–1217.

[7] Lissner, L., Heitmann, B. L., Bengtsson, C. (1997) Low-fat diets may prevent weight gain in sedentary women: prospective observations from the population study of women in Gothenburg, Sweden. Obes Res. 5: 43–48.

[8] Sheppard, L., Kristal, A. R., Kushi, LH (1991) Weight loss in women participating in a randomized trial of low-fat diets. Am J Clin Nutr. 54: 821–828.

[9] Westerterp-Plantenga, M. S., Wijckmans-Duijsens, N. E., de Venne, Verboeket-Van W. P., de Graaf, K., van het Hof, K. H., Weststrate, JA (1998) Energy intake and body weight effects of six months reduced or full fat diets, as a function of dietary restraint. Int J Obes Relat Metab Disord. 22: 14–22.

[10] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19440290

 

The following two tabs change content below.

Leo Tulipan

Leo ist erst durch das Buch Good Calories, Bad Calories so richtig bewußt geworden, wie falsch die aktuellen Ernährungsempfehlungen sind. Dass er eine "gut formulierte" Low Carb Ernährung nun schon seit 2 Jahren erfolgreich umsetzen kann, verdankt er seiner Frau Julia sowie Dr. Phinney und Dr. Volek
Message Us

Pin It on Pinterest

Shares

E-Mail Newsletter & Paleo Einsteiger Kurs

In einer Woche das 1x1 der Steinzeit Ernährung und der Kohlenhydratreduzierung kostenlos über meine Kursplatform kennenlernen.

Du hast dich erfolgreich angemeldet! Schau in deinen Posteingang, um die Anmeldung zu bestätigen.

E-Mail Newsletter & Paleo Einsteiger Kurs

In einer Woche das 1x1 der Steinzeit Ernährung und der Kohlenhydratreduzierung kostenlos über meine Kursplatform kennenlernen.

Du hast dich erfolgreich angemeldet! Schau in deinen Posteingang, um die Anmeldung zu bestätigen.