Coenzym Q10, auch unter dem Namen Ubiquinon bekannt, ist eine fettlösliche, körpereigene Substanz. Coenzym Q10 findet man in beinahe allen eukaryoten Zellen, und da vor allem in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle.

Mitochondrium

Mitochondrium

Funktion von Coenzym Q10

Coenzym Q10 hat zahlreiche Funktionen in unserem Körper. Es ist an antioxidativen Vorgängen beteiligt. Es steuert Membranfluidität und –vitalität und ist somit an der Stabilisierung der Zellmembran beteiligt. Die bedeutendste und vielleicht wichtigste Funktion, ist allerdings seine Rolle im Energiestoffwechsel[1].

Coenzym Q10 ist ein essentieller Teil der Elektronentransportkette welche in der inneren Mitochondrienmembran abläuft. Die Elektronentransportkette ist Teil der aeroben Energiegewinnung. Dabei wird unter Anwesenheit von Sauerstoff, Energie, in Form von ATP, produziert. 95% des Energiebedarfs des menschlichen Körpers werden auf diese Weise produziert[2] [3].

Organe mit dem höchsten Energiebedarf weisen daher auch die höchste Konzentration an CoQ10 auf. Zu diesen Organen zählen zum Beispiel das Herz, die Leber und die Nieren.

Aufnahme und Synthese

Auch wenn CoQ10 mit der Nahrung aufgenommen werden kann, stellt die Eigensynthese die Hauptversorgung mit Coenzym Q10 dar.  Die besten Lieferanten für Coenzym Q10 sind Fleisch und vor allem Innereien.

Die Eigensynthese von Coenzym Q10 erfolgt über den sog. Mevalonsäureweg. Über den gleichen Syntheseweg wird auch Cholesterin gebildet. Statine (eine Klasse von cholesterinsenkenden Medikamenten) greifen in den Mevalonsäureweg ein, um so die Synthese von Cholesterin zu verhindern. Leider wird dabei auch die Synthese von CoQ10 verhindert. Statin-Therapie kann die Konzentration von CoQ10 im Plasma signifikant reduzieren[4].

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

 

Coenzym Q10 Mangel

CoQ10 ist also essentiell für die Energieversorgung unsere Zellen. Ohne CoQ10 können die Mitochondrien nicht genügend Energie herstellen und ohne Energie kann die Zelle nicht mehr richtig funktionieren und letztendlich wird sie sterben. Man weiß heute, dass eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit der Mitochondrien (mitochondriale Dysfunktion) ein Bestandteil zahlreicher chronischer und degenerativer Erkrankungen ist[5] [6].

Zu den häufigsten Symptomen zählen Muskelschmerz, Muskelschwäche, verminderte Muskelleistung sowie die Neigung zu Muskelkrämpfen und Entzündungen der Sehnen.

Labordiagnose

Coenzym Q10 kann im Plasma gemessen werden, allerdings reflektiert CoQ10 im Plasma eher den Status der Aufnahme über die Nahrung, als den tatsächlichen Wert in den Zellen selber. Üblicherweise wird CoQ10 in Fibroblasten der Haut, Muskelzellen oder mononukleäre Zellen des peripheren Blutes (= einkernige Zellen des Blutes, z.B. Lymphozyten und Monozyten)[7] gemessen.

CoQ10 als Nahrungsergänzungsmittel

Zurzeit findet man Coenzym Q10 in zwei Formen auf dem Markt – als Ubiquinon und al Ubiquinol. Ubiquinol stellt die reduzierte Form des Ubiquinon dar. Im Körper wird üblicherweise Ubiquinon in Ubiquinol überführt. Ubiquinol ist somit die aktive Form des Ubiquinon.

Ob die eine Form, der anderen in ihrer Bioverfügbarkeit überlegen ist, ist noch nicht geklärt. Die Studienlage ist nicht klar. Was wichtig ist, ist die Art in der das CoQ10 geliefert wird. Da es fettlöslich ist, ist die gleichzeitige Einnahme mit Fett natürlich wichtig.

 

Coenzym Q10 bei Biogena

 

biogena_coq10

 

 


 

[1] Schmidtbauer, C. (2015). „Mikronährstoffcoach“. Verlagshaus der Ärzte. 1. Auflage p.117

[2] Ernster, L. Dallner, G (1995). „Biochemical, physiological and medical aspects of ubiquinone function“. Biochimica et Biophysica Acta 1271 (1): 195–204.

[3] Dutton, PL. et al. (2000). „4 Coenzyme Q oxidation reduction reactions in mitochondrial electron transport“. In Kagan, VE; Quinn, PJ. Coenzyme Q: Molecular mechanisms in health and disease. Boca Raton: CRC Press. pp. 65–82.

[4] Ghirlanda, G; Oradei, A; Manto, A; Lippa, S; Uccioli, L; Caputo, S; Greco, AV; Littarru, GP (1993). „Evidence of plasma CoQ10-lowering effect by HMG-CoA reductase inhibitors: a double-blind, placebo-controlled study“. Journal of Clinical Pharmacology 33 (3): 226–9.

[5] Shabrokh, Elika, et al. „Mitochondrial Dysregulation in Skeletal Muscle from Patients Diagnosed with Alzheimer’s Disease and Sporadic Inclusion Body Myositis.“ Open Journal of Molecular and Integrative Physiology 4.02 (2014): 11.

[6] Witte, Maarten E., et al. „Mitochondrial dysfunction contributes to neurodegeneration in multiple sclerosis.“ Trends in molecular medicine 20.3 (2014): 179-187.

[7] Trevisson E, Dimauro S, Navas P, Salviati L (October 2011). „Coenzyme Q deficiency in muscle“. Curr. Opin. Neurol. 24 (5): 449–56.

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Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Personal Fitness and Health Trainer (Dipl.) und schreibt für verschiedene Online-Magazine und für ihr eigenes Blog paleolowcarb.de vor allem zu den Themen gesunde und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Paleo-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft. Heute verhilft sie auch als Food-Coach und Personal Trainerin anderen zur Topform. Von Julia kannst Du Dich hier individuell beraten lassen.
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