Funktion im Körper

Eisen ist ein essentielles Spurenelement im menschlichen Organismus. Eisen spielt als Zentralatom in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) eine wichtige Rolle beim Sauerstofftransport. Außerdem ist es sowohl bei der Bildung roter Blutkörperchen und für die Funktion zahlreicher Enzyme unentbehrlich, als auch am Elektronentransport in den Mitochondrien beteiligt. Eisen, ist neben Selen und Iod, auch essentiell für eine optimale Funktion der Schilddrüse.

Aufnahme aus der Nahrung

Die RDA (recommended dietary allowance) für Eisen für erwachsene Frauen und Teenager liegt bei 15 Milligramm. Die RDA für Männer bei 10 Milligramm täglich.

Eisen kommt sowohl in tierischer Nahrung, als auch in Pflanzen vor. Allerdings kann Eisen pflanzlicher Herkunft wesentlich schlechter aufgenommen werden, als aus tierischen Quellen. Bei tierischen Nahrungsmitteln liegt die Absorptionsrate bei etwa 15%, während diese bei pflanzlichen Lebensmitteln nur 5% beträgt.

Die Regulation des Eisen-Status wird in erster Linie durch die Regulation der Absorption gewährleistet. Die Absorption findet im Dünndarm statt. Es gibt zahlreiche Faktoren, die die Eisenabsorption regulieren. Hierzu gehören: physiologischer Bedarf, Alter, Versorgungsstatus, Ausmaß der Produktion der roten Blutkörperchen (Erythropoese). Erkrankungen wie Zöliakie, Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa, beeinflussen die Eisenabsorption negativ.

Frauen, die unter starken Regelblutungen leiden, oder Athleten, haben oft einen erhöhten Eisenbedarf. Vitamin A Mangel, Entzündung und Infektion beeinträchtigen den Eisenstoffwechsel und die Eisen-Absorption[1].

Faktoren, die die Resorption beeinflussen

Es gibt einige Faktoren, die die Eisen-Absorption erleichtern oder auch hemmen können.

Erleichternd wirken:

  • Ausreichend Magensalzsäure[2]
  • Vitamin C – fördert die Absorption von Nicht-Hämeisen[3]
  • Vitamin A – bindet Eisen während des Verdauungsprozesses und entzieht es dadurch den absorptionshemmenden Einflüssen von Phytinsäure (Phytate) und Polyphenolen
  • organische Säuren, wie Zitronensäure, Wein- und Milchsäure
  • Durch den gleichzeitigen Verzehr von Fleisch und pflanzlichen Lebensmitteln lässt sich die Resorptionsrate des Eisens pflanzlichen Ursprungs verdoppeln[4]

Hemmend wirken:

  • Phytinsäure[5] – Getreide, Hülsenfrüchte,
  • Polyphenole[6] – zum Beispiel in Tee und Kaffee
  • Protein (Molke-Protein, Soja-Protein, Casein, Ei-Albumin) – Während tierisches Gewebe (Muskel, Organe) die Eisenabsorption verbessert, wirkt reines Protein hemmend auf die Eisenabsorption[7].
  • Calcium[8]
  • Medikamente wie Protonenpumpenhemmer und Lipidsenker[9]

Labordiagnose

Da Eisen zu 90% erythrozytär, also in den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) gebunden ist, ist die Bestimmung des Eisen-Status, nur aus dem Vollblut sinnvoll. Die Messungen müssen Hämatokrit-korreliert sein, D. h. der Hämatokrit wird gemessen und das Eisen dazu ins Verhältnis gesetzt. Als Hämatokrit wird der Anteil der zellulären Bestandteile am Volumen des Blutes bezeichnet. Er ist ein Maß für die „Zähflüssigkeit“ des Blutes (Viskosität).

Neben dem Eisen selber können noch Ferritin, Transferrin und Ferritinsättigung bestimmt werden. Ferritin, auch als Depot-Eisen bezeichnet, stellt die Speicherform von Eisen im Organismus dar.  Dieser Proteinkomplex findet sich beim Menschen vor allem in Leber, Milz und Knochenmark. Obwohl Ferritin in erster Linie in den Zellen vorkommt, ist die Ferritinkonzentration im Blutserum repräsentativ für den Eisenspeicherstatus im Körper.

Transferrin ist ein Glycoprotein, welches für den Eisentransport verantwortlich ist.

Werte

Eisen im Serum: Frauen 40-150 µg/dl, Männer 40-160 µg/dl

Eisen im Vollblut: Frauen 420-460 µg/dl, Männer 440-500 µg/dl

Transferrin: Frauen 200-310 mg/dl, Männer 210-340 mg/dl

Ferritin: Frauen 10-140 µg/dl, Männer 20-360 µg/dl

 

Mangel

Typische Symptome eines Eisenmangels sind Anämie, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und ein geschwächtes Immunsystem.

Überschuss

Vererbte Hämochromatose

Wir durch eine Mutation am HFE Gen verursacht. Eine Veränderung an diesem Gen ermöglicht eine erhöhte Eisenaufnahme aus dem Darm. Negative Symptome treten meist erst ab dem 30ten Lebensjahr auf. Diese Mutation, ist die am häufigsten Auftretende Mutation bei Menschen europäischer Abstammung. Obwohl viele diese Genvariante erben, zeigen nur wenige negative Symptome. Regelmäßiges Blutspenden, kann in diesem Fall helfen, den Eisenüberschuss los zu werden.

Eisen als Nahrungsergänzungsmittel

Eisen, wird meist in Form von Eisensalzen, in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet. Hier finden wir häufig Eisen(II)-gluconat, Eisen(II)-glycerophosphat, Eisen(II)-lactat oder Eisen(II)-oxalat. Hohe Dosierungen von 45mg/ d oder mehr, können zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Die unterschiedlichen Eisenverbindungen enthalten unterschiedliche Mengen an elementarem Eisen. Der Gehalt an elementarem Eisen muss auf der Verpackung angegeben werden.

Bevor mit einer Supplementierung begonnen wird, sollte der Status ermittelt werden. Zur allgemeinen Prävention werden Dosierungen von 14-30 mg/d empfohlen.

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[1] Hurrell, Richard, and Ines Egli. „Iron bioavailability and dietary reference values.“ The American journal of clinical nutrition 91.5 (2010): 1461S-1467S.

[2]Löffler G., Petrides P.E. (Hrsg.) 2003. Biochemie und Pathobiochemie. 7., völlig neu bearbeitete Auflage. Springer Verlag, Heidelberg, S. 702 ff.

[3] Lynch SR, Cook JD . 1980. Interaction of vitamin C and iron. Ann N Y Acad Sci;355:32–44.

[4] Baech SB, Hansen M, Bukhave K, et al . 2003. Nonheme-iron absorption from a phytate-rich meal is increased by the addition of small amounts of pork meat. Am J Clin Nutr . 77:173–9.

[5] Hallberg L, Brune M, Rossander L .  1989.  Iron absorption in man: ascorbic acid and dose-dependent inhibition by phytate. Am J Clin Nutr;49:140–4.

[6] Brune M, Rossander L, Hallberg L . 1989. Iron-absorption and phenolic-compounds – importance of different phenolic structures. Eur J Clin Nutr;43:547–58.

[7] Cook JD, Monsen ER . 1976.  Food iron absorption in human subjects. III. Comparison of the effect of animal proteins on nonheme iron absorption. Am J Clin Nutr. 29:859–67.

8 Cook JD, Dassenko SA, Whittaker P . Calcium supplementation—effect on iron-absorption. Am J Clin Nutr 1991;53:106–11.

[9] Kasper H. Ernährungsmedizin und Diätetik. 60-62. Urban & Fischer Verlag, 2004 Elsevier GmbH, München, Jena

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Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Personal Fitness and Health Trainer (Dipl.) und schreibt für verschiedene Online-Magazine und für ihr eigenes Blog paleolowcarb.de vor allem zu den Themen gesunde und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Paleo-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft. Heute verhilft sie auch als Food-Coach und Personal Trainerin anderen zur Topform. Von Julia kannst Du Dich hier individuell beraten lassen.
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