Selen gilt als essentielles Spurenelement. Es wurde 1817 von den schwedischen Chemikern  Jöns Jakob Berzelius und Johan Gottlieb Gahn entdeckt. Seine biologische Bedeutung kennt man allerdings erst seit den 1950er Jahren, bis dahin galt Selen als Toxin. Selen ist in größeren Mengen sehr giftig, als Spurenelement jedoch elementar für viele Organismen, inklusive dem Menschen.

 

Funktion im Körper

Selen tritt als Teil der Aminosäure Selenocystein und Selenomethionin in Erscheinung. In diesen Aminosäuren, wird das Schwefelatom durch Selen ersetzt. Selen hat eine wichtige Funktion in der Reduktion von antioxidativ wirkenden Enzymen wie  der Glutathionperoxidase und bestimmte Formen der Thioredoxinreduktase[1].

Selen spielt auch eine zentrale Rolle bei der Funktion der Schilddrüse und aller Zellen, die Schilddrüsenhormone nutzen. Als Cofaktor ist es an der Aktivierung und Deaktivierung der Schilddrüsenhormone beteiligt.

 

Selen in der Nahrung

Der Selengehalt in Lebensmitteln variiert stark und ist im Wesentlichen vom Selengehalt der Böden anhängig. Daher kann der Selengehalt starken regionalen Schwankungen unterliegen. Da Selen an Protein gebunden wird, weisen  vor allem proteinreiche Lebensmittel, hohe Selenwerte auf. Zu den selenreichsten Lebensmitteln gehören Fisch, Fleisch, Innereien, Pilze, Eier und Nüsse. Unter den Nüssen sticht vor allem die Paranuss heraus. Bereits drei Nüsse decken den Tagesbedarf an Selen.

Indikatorpflanzen

Es gibt einige Pflanzenarten, die als Indikator für einen hohen Selengehalt des Bodens gelten. Diese Pflanzen benötigen viel Selen um zu gedeihen. Zu diesen Pflanzen gehören Astragalus Spezies (Leguminosae),  Stanleya sp. (Brassicaceae), Xylorhiza sp (Asteracaea).

 

Labordiagnose

Selen ist zu 65% erythrozytär gebunden. Daher sollte eine hämatokritkorrelierte Vollblutanalyse durchgeführt werden.

Selen im Vollblut: 80 – 130 µg/l

 

Selen als Nahrungsergänzungsmittel

Selen ist ein relativ seltenes Spurenelement und die Böden in Mitteleuropa eher selenarm. Laut dem Österreichischen Ernährungsbericht 2012[2] .

[…] Hinsichtlich Selenstatus lagen insgesamt 44,4 % der Mädchen und 38,5 % der Buben unter dem Referenzbereich. […]Bei Selen weisen 38 % der Frauen und 30 % der Männer einen erniedrigten Status auf. […]

Ob eine präventive Supplementierung sinnvoll ist, ist nicht eindeutig geklärt. Mehrere Meta-Analysen der Cochrane-Library zu den Themen: Selen-Supplementierung bei Krebs[3], Herz-Kreislauferkrankungen[4] und Diabetes[5], schließen, dass es nicht ausreichend Belege für eine Wirksamkeit gibt.

Selen-Supplementierung bei Schilddrüsenerkrankungen

Eine Supplementierung mit Selen, zeigt bei Patienten mit Hashimoto Thyreoiditis, eine Verbesserung der Symptome[6].

Angebotene Formen

Biologisch verfügbare Formen sind Natriumselenit und Natriumselenat. In Nahrungsmitteln ist Selen normalerweise in Senelocystein oder Selenomethionin eingebaut.

 


 

[1] Linus Pauling Institute at Oregon State University lpi.oregonstate.edu

[2] http://www.bmg.gv.at/cms/home/attachments/4/5/3/CH1048/CMS1348749794860/oeb12.pdf

[3] Dennert, Gabriele, et al. „Selenium for preventing cancer.“ The Cochrane Library (2011).

[4] Rees, Karen, et al. „Selenium supplementation for the primary prevention of cardiovascular disease.“ The Cochrane Library (2013).

[5] S. Stranges, J. R. Marshall, R. Natarajan, R. P. Donahue, M. Trevisan, G. F. Combs, F. P. Cappuccio, A. Ceriello, M. E. Reid: Effects of Long-Term Selenium Supplementation on the Incidence of Type 2 Diabetes: A Randomized Trial. In: Annals of Internal Medicine. 147, Nr. 4, 2007, S. 217.

[6] Gasnier, Barbara C. H.  (2002):  Einfluß einer Selen-Substitution auf den Verlauf einer Autoimmunthyreoiditis: Eine prospektiv-randomisierte klinische Studie.  Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine

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Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Personal Fitness and Health Trainer (Dipl.) und schreibt für verschiedene Online-Magazine und für ihr eigenes Blog paleolowcarb.de vor allem zu den Themen gesunde und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Paleo-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft. Heute verhilft sie auch als Food-Coach und Personal Trainerin anderen zur Topform. Von Julia kannst Du Dich hier individuell beraten lassen.
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