Unter der Bezeichnung Vitamin B6 versteht man, wie schon bei anderen Vitaminen gesehen, keine einzelne Verbindung, sondern eine Gruppe an chemischen Verbindungen mit ähnlichen Eigenschaften.

Vitamin B6 ist eine Gruppe von drei chemischen Verbindungen, die alle Vorstufen des aktivierten Vitamins Pyridoxalphosphat sind. Die drei Verbindungen heißen Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoxamin. Sie können vom Stoffwechsel ineinander überführt werden und besitzen daher gleiche biologische Aktivität.

Vorkommen in der Nahrung

Vitamin B6 kommt sowohl in Pflanzen als auch in Tieren vor. Gute Quellen für Vitamin B6 sind Fleisch (besonders Leber), Fisch und Milchprodukte. Unter den Pflanzen sind Avocado, Nüsse, Kohl, grüne Bohnen und Feldsalat reich an Vitamin B6.

8a1ec3fd23f6100e_640_fat_author

Grundsätzlich enthalten auch Vollkornprodukte viel Vitamin B6. Die gesundheitlichen Nachteile, die mit dem Verzehr von Getreide einhergehen, überwiegen den Nährstoffgehalt. Neben zahlreichen glutenhaltigen und nicht-glutenhaltigen Proteinen, die zu teilweise starken intestinalen Problemen führen können. Finden wir Phytinsäure, einen Komplexbildner, der Mineralstoffe bindet, Amylase-Inhibitoren, Wheat Germ Aglutinine und Lektine. Ein weiteres Problem ist der sogenannte „Käfigeffekt“ von Ballaststoffen. Das bedeutet, dass die Vitamine und Mineralstoffe zwar im Korn enthalten sind, aber in unverdauliche, Cellulose-haltige Zellwände eingeschlossen sind und nicht aufgenommen werden können.

Lebensmittelverarbeitung und Speisenzubereitung kann den Gehalt von Vitamin B6 stark reduzieren. Wie alle B-Vitamine ist Vitamine B6 Licht- und Wärmeempfindlich.

Funktion im Körper

Vitamin B6 ist als Cofaktor an über 100 enzymatischen Reaktionen beteiligt. Diese betreffen fast ausschließlich den Aminosäurestoffwechsel. Vitamin B6 wird auch im Homocysteinstoffwechsel benötigt, dabei wird Homocystein zu Cystein und Glutathion abgebaut. Im Nervensystem ist Vitamin B6 an der Synthese der Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin, Dopamin und GABA beteiligt.

Vitamin B6 Mangel

Obwohl der Vitamin B6 über die Nahrung gedeckt werden kann, sehen wir im Österreichischen Ernährungsbericht 2012 dass, obwohl der Plasmaspiegel von Vitamin B₆ (als Versorgungsparameter) zufriedenstellend ist, ist die Langzeitversorgung mit Vitamin B₆ (Aktivierungstest der erythrozytären Transaminase als Funktionsparameter) bei rund 40 % der Kinder nicht optimal. Dies belegt, dass die Beurteilung des Vitamin B₆-Status anhand des Plasmaspiegels alleine nicht aussagekräftig ist. ) Bei 55 % der Frauen und 42 % der Männer ist die Langzeitversorgung mit Vitamin B6 unzureichend[1].

Ein isolierter Vitamin B6 Mangel tritt nur selten auf. Normalerweise findet man ein gleichzeitig auftretendes Defizit an anderen B-Vitaminen und wasserlöslichen Vitaminen.

Mangelsymptome können unter anderem sein:

  • Erhöhte Homocysteinwerte
  • Nervosität und Reizbarkeit, depressive Verstimmungen und Schlafstörungen
  • Muskelzuckungen und Krämpfe
  • Dermatitis

Labordiagnostik

Wie aus dem Österreichischen Ernährungsbericht hervor geht, ist die ausschließliche Bestimmung im Plasma nicht ausreichend. Die Bestimmung über den Aspartataminotransferaseaktivierungskoeffizient (AST) ist wesentlich repräsentativer. Pyridoxinstatus wird anhand eines Aktivierungskoeffizienten (α-EAST) beurteilt. Hierbei diente die Aktivierbarkeit des Enzyms Aspartat-Aminotransferase in den Erythrocyten nach Zusatz von Pyridoxal-5‘-Phosphat (P5P) im Vergleich zur Messung ohne Coenzymzusatz als Messparameter.

 

Vitamin B6 als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin B6 kann in höheren Dosierungen zu Juckreiz und Taubheitsgefühl führen. In der therapeutischen Praxis hat sich daher die Gabe, der bereits aktivierten Form bewährt. Aus Pyridoxin wird in der Leber Pyridoxal-5‘-Phosphat (P5P). P5P ist die wichtigste Speicherform von Vitamin B6 im Körper. P5P zeigt auch bei höheren Dosierungen keine Unverträglichkeiten[2].


 

[1]Österreichischer Ernährungsbericht 2012. http://www.bmg.gv.at/cms/home/attachments/4/5/3/CH1048/CMS1348749794860/oeb12.pdf

[2] Schmidbauer, C. (Hersg.) 2015. Mikronährstoff-Coach – Das große Biogena Kompendium der Mikronährstoffe. Verlagshaus der Ärzte

The following two tabs change content below.
Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Personal Fitness and Health Trainer (Dipl.) und schreibt für verschiedene Online-Magazine und für ihr eigenes Blog paleolowcarb.de vor allem zu den Themen gesunde und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Paleo-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft. Heute verhilft sie auch als Food-Coach und Personal Trainerin anderen zur Topform. Von Julia kannst Du Dich hier individuell beraten lassen.
Message Us

Pin It on Pinterest

Shares

E-Mail Newsletter & Paleo Einsteiger Kurs

In einer Woche das 1x1 der Steinzeit Ernährung und der Kohlenhydratreduzierung kostenlos über meine Kursplatform kennenlernen.

Du hast dich erfolgreich angemeldet! Schau in deinen Posteingang, um die Anmeldung zu bestätigen.

E-Mail Newsletter & Paleo Einsteiger Kurs

In einer Woche das 1x1 der Steinzeit Ernährung und der Kohlenhydratreduzierung kostenlos über meine Kursplatform kennenlernen.

Du hast dich erfolgreich angemeldet! Schau in deinen Posteingang, um die Anmeldung zu bestätigen.