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Wissenschaftler, Ärzte und Ernährungsexperten sind gefordert. Der herrschende Glaube an die Gefährlichkeit der gesättigten Fette (vor allem tierischer Fette) ist nicht mehr haltbar. Die Überprüfung von Beobachtungsstudien aus den zurückliegenden Jahrzehnten beweist, dass es zu keiner Zeit einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Konsum von Fett und Herzkrankheiten gab. Auch die jahrzehntelange Praxis der Vermeidung von gesättigtem Fett, wie Butter, Eier oder Fleisch, hatte keine Auswirkung auf die Herzgesundheit. Eher im Gegenteil, wie aktuelle Studien seit mehr als 10 Jahren immer deutlicher beweisen.

Wie alles begann…

Am Höhepunkt der Auseinandersetzung ergriff 1984 das Magazin TIME Partei für den Zeitgeist und schreckte die Leser: „CHOLESTEROL. And Now the Bad News….“

30 Jahre später, im Sommer des Jahres 2014 lies das US Magazin TIME die Bombe platzen: „Esst Butter, Wissenschaftler erklärten das Fett zum Feind. Warum sie irrten“. (Original: EAT BUTTER. Scientists labeled fat the enemy. Why they were wrong. June 23, 2014). Der Artikel kam einer Entschuldigung gleich. Detailliert wird geschildert, wie das Wunschdenken (Fett macht fett) von einzelnen Experten ausgedacht wurde und von Wirtschaft und Politik zum Credo ausgebaut wurden. Gegenstimmen wurden durch Entzug von Forschungsgeldern und persönlichen Diffamierungen unterdrückt.

Wir befinden uns derzeit erst am Anfang eines Paradigmenwechsels. Wer nicht die Geduld hat und auf heimische Informationen warten will, muss zu internationalen Medien greifen.

Ausgehend von diesen Erkenntnissen drängt sich die Frage auf, ob das Cholesterin als Volksfeind Nummer 1 abgeschafft werden kann. Die Überprüfung älterer Studien und die Ergebnisse neuer Studien geben dazu Anlass. So zeigt auch die Langzeitstudie aus der Stadt Framingham in Massachusetts, dass die Sterblichkeit bei Probanden größer war, je mehr das Cholesterin medikamentös gesenkt wurde.  Darauf folgten bis heute mehr als 20 gute Studien, die besagen,  dass ältere Menschen mit hohem Cholesterin eine längere Lebenserwartung haben als jene mit niedrigem Cholesterin.

Die Reaktion auf viele neue Erkenntnisse dieser Art lässt auf sich warten.

Cholesterin ist ein Baustein in unseren Zellen und Nerven, die größte Menge davon wird im Gehirn benötigt. Es dient zur Erzeugung von Stress- und Geschlechtshormonen, und wird mit Hilfe der Sonne in der Haut zu Vitamin-D umgebildet. Wir produzieren 3 – 4 mal mehr Cholesterin als wir mit der Nahrung aufnehmen. Bekommen wir zu wenig, steigert sich die Produktion, essen wir viel davon, sinkt sie.

Was ist passiert, dass wir Cholesterin für eine Ursache von Herzkrankheiten halten?

Es war die Erfindung von wirkungsvollen Medikamenten zur Senkung von Cholesterin: Statine. Millionen von Menschen erhalten diese Medikamente um Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen. Die Grenzwerte wurden laufend gesenkt, wodurch in Österreich schon  mehr als 500 000 Menschen, unter ihnen auch viele gesunde, zu Kranken gemacht wurden. Statine gehören zu den weltweit am häufigsten verschriebenen Medikamenten und sind damit für die Hersteller eine unerschöpfliche Geldquelle.

Die Wirkung der Statine ist bescheiden

Macht der Einsatz von Statinen zur Cholesterinsenkung tatsächlich Sinn? Dieser Frage gehen gegenwärtig zahlreiche Forschungsprojekte nach. Aus Vergleichen der Behandlung mit oder ohne Statine kann man beispielsweise errechnen, dass die Chanc für einen 60-järigen Patienten mit einer Herzkrankheit die nächsten fünf Jahre zu überleben ungefähr 85 Prozent beträgt. Wenn ein Patient täglich eine Statintablette zu sich nimmt, erhöht sich die Chance auf höchstens 87 Prozent; bei manchen Versuchen ist die Wirkung sogar geringer. Bei keinem einzigen Experiment mit Cholesterinsenkern ist es gelungen, das Leben von Frauen oder von gesunden Menschen beiderlei Geschlechts zu verlängern.

Trotzdem geht die Cholesterinkampagne weiter. Noch voriges Jahr veröffentliche das American College of Cadiology und die American Heart Assoziation neue Richtlinien „zur Behandlung von Cholesterin“ und schickt damit neue Bevölkerungsschichten in Behandlung.

Gefährliche Nebenwirkungen

Oft werden erst durch die Nebenwirkungen  der Statine Millionen gesunder Menschen zu Patienten verwandelt. Muskelschwäche, Leberschäden, Nervenkrankheiten, Impotenz, Diabetes, Gedächtnisverlust, Grauer Star, Nierenversagen und Krebs, all das wird von der Pharmaindustrie bagatellisiert.

Unabhängige Wissenschaftler um Professor Beatrice Golomb von der University of California stellten  Muskelprobleme als häufigste Nebenwirkung fest. Im Jahre 2012 wurden Untersuchungsergebnisse an mehr als 1 000 gesunden Personen veröffentlicht. Nach einem halben Jahr Behandlung mit Simvastin (Zocord®) litten 40 Prozent der Frauen an Muskelschwäche.

Schwerer wiegt der Fall bei Krebs. Bei Tieren lösten alle Versuche mit Statinen Krebs  aus. In Japan gaben Professor Masunori Matsuzaki und seine Mitarbeiter an neun verschiedenen japanischen Universitäten eine kleine Dosis Simvastin an mehr als 47 000 Patienten. Nach sieben Jahren war die Krebssterblichkeit vier mal so groß unter jenen, bei denen Cholesterin gesenkt wurde, verglichen mit jenen, deren Cholesterin unverändert blieb.

Die Angst vor gesättigtem Fett erklärte Cholesterin zu einer Krankheit. Sättigung sollte durch einen Anteil von 60 Prozent Kohlenhydraten und je 20 Prozent Fett und Eiweiß erreicht werden. Damit wurde einer Lebensmittelindustrie in die Hände gespielt, die billige Rohprodukte aus Stärke und Zucker verarbeitete. Mastfutter, wie in der Massentierhaltung landete auch in der schnellen Küche.  Durch die kohlenhydrat-basierte Ernährung sind heute zwei Drittel der Amerikaner übergewichtig oder fettleibig und die westlichen Länder folgen auf dem Fuß. Altersdiabetes, samt Folgekrankheiten, wie Infektionen, offenen Wunden, Sehverlust, Nierenversagen oder Nervenschäden, sind nur einige der größten Langzeitprobleme.

Fazit

Es ist höchste Zeit, die herrschenden Ernährungsempfehlungen aufzuheben. Fett muss wieder seinen angestammten Platz auf dem Teller einnehmen. Kohlenhydrate, besonders in hoch verarbeiteter Form, sollten eliminiert werden. Es hilft nur wenig, wenn man auf Zucker bewusst verzichtet und sich im Vertrauen auf die Werbung von getreidehaltigen Produkten ernährt. Der Bewusstseinswandel ist unterwegs. Er ist langfristig nicht aufzuhalten. Doch es wird noch einige Zeit dauern, wie Prof. Dennis Goodman[1], ein weltweit führender Herzspezialist, erklärt:Die Idee vom tödlichen Fett ist in der Volkskultur verwurzelt. Deine Mutter hat es gesagt, genau wie deine Großmutter. Es kann Jahre dauern, die Menschen zu überzeugen, dass das falsch war. Wir sind im Übergang und alles ist gerade auf des Messers Schneide. Auch wenn es noch Jahre dauern wird, wir werden noch neue Ernährungsrichtlinien erleben.“[2]

Literatur:

Uffe Ravnskov: Mythos Cholesterin – die 10 größten Irrtümer. Hirzel Verlag 2008

 

Debattenartikel in Göteborgs Posten vom 26.10.2014 der Forschergruppe Ranskov, Schwersten, Arfors, Sundberg.

 

[1] Prof. Dennis Goodman ist Director of Integrative Medicine at NYU. Sein spezielles Aufgabengebiet besteht in der Prävention, Früherkennung und Behandlung von Krankheiten der Herzkiranzgefäße mit dem Augenmerk auf integrative Medizin.

[2] www.mensjournal.com/health-fitness, 28.10.2014

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Robert Schönauer

Robert lebt seit 7 Jahren LCHF. Er hat den Low Carb Lebensstil durch seine schwedische Frau kennengelernt. Gemeinsam haben Sie den Bestseller Köstliche Revolution: Gesund und schlank durch richtiges Essen von Dr. med. Andreas Eenfeldt auf Deutsch übersetzt, der ab sofort bei Amazon und im Buchhandel erhältlich ist
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